Denk mal drüber nach
Klimaschutz ist (auch) Ressourcenschutz

Klimaschutz hat viele Facetten.

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Minderung der Treibhausgase aus den fossilen Energieträgern Erdöl, Kohle und Erdgas mittels Energieeinsparung und Energieeffizienz einerseits sowie umweltschonendem Ausbau der erneuerbaren Energien andererseits.
Zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen können wir in vielen Bereichen unseres Lebens und Wirtschaftens beitragen; z. B. durch bewussten Umgang mit unseren Ressourcen, nachhaltige Ernährung oder umweltschonende Mobilität.

Mit dem nachfolgenden „Denk-mal-drüber-nach-Papier“ zum Thema „Klimaschutz ist (auch) Ressourcenschutz“ erklärt die Bayerische Klima-Allianz einige Zusammenhänge zwischen Klima- und Ressourcenschutz und macht deutlich:
„Jeder kann etwas tun, um unsere Ressourcen und damit unser Klima zu schützen“.

Die Art und Weise, wie wir unsere Ressourcen verwenden, trägt maßgeblich zur Klimaveränderung bei. Die Gewinnung und der Transport von Rohstoffen, die Herstellung von Produkten und Gebäuden sowie deren Nutzung und Entsorgung bzw. Rückbau führen zu hohen Energieverbräuchen und damit zu erheblichen Treibhausgasemissionen.
Ein maßvoller Gebrauch unserer Ressourcen und deren Wertschätzung spielen für den Klimaschutz also eine ebenso wichtige Rolle, wie ihr bewusster Einsatz bei innovativen, zukunftsfähigen Techniken; wie z.B. bei der Gewinnung erneuerbarer Energien.

Um unsere Ressourcen bestmöglich zu nutzen, empfiehlt die Bayerische Klima-Allianz deshalb den Ressourcen-3-Sprung (in Anlehnung an den Energie-3-Sprung).

Dieser gelingt, wenn wir in folgenden Bereichen unser Möglichstes tun:

1. Ressourcenbedarf Überdenken

Was brauche ich wirklich, um gut zu leben?
Besinnen wir uns auf das Notwendige! Um Ressourcen zu schonen, sollten wir unseren Lebensstil überdenken – müssen aber nicht notwendigerweise unseren Lebensstandard aufgeben.
Richtig nutzen!
Nutzen wir unsere Produkte möglichst langfristig. Beschädigte Produkte können wir reparieren (lassen). (Ver)leihen wir, was wir nicht regelmäßig brauchen. Verkaufen oder spenden wir nicht mehr benötigte Produkte.

2. Ressourceneffizienz steigern

Kann ich das gleiche Ergebnis mit weniger Ressourcenaufwand erzielen?
Verlangen wir ressourceneffiziente, umweltschonende, reparierbare und wiederverwertbare Produkte! Unternehmen richten ihr Angebot nach der Nachfrage aus.
Kann ich Rohstoffe verwenden, die sich wieder erneuern?
Mit nachwachsenden Rohstoffen, z. B. aus Holz oder Stärke, lassen sich einzelne endliche fossile oder mineralische Rohstoffe ersetzen (Bioökonomie).

3. Wiederverwerten

Was mache ich mit Produkten, die ich trotzdem entsorgen muss?
Beim Abfalleimer fängt es an. Abfall fachgerecht trennen unterstützt eine optimale Verwertung. So schließen wir den Kreislauf einer nachhaltigen Ressourcennutzung.

Jeder kann dazu beitragen, unsere Ressourcen und damit unser Klima zu schützen. Helfen auch Sie mit!

Weiterführende Informationen

Was versteht man unter einer Ressource?

Zu den natürlichen Ressourcen zählen insbesondere Bodenschätze wie Metallerze oder Erdöl sowie nachwachsende Rohstoffe wie Holz, aber auch Luft, Wasser und Boden sowie die biologische Vielfalt. Ein erweiterter Ressourcenbegriff schließt darüber hinaus ökonomische (z.B. Geld) und soziale (z.B. Arbeitskraft) Aspekte mit ein.
Dieses Papier widmet sich im Speziellen dem Umgang mit Rohstoffen, die zu Gebrauchsgütern (z.B. Kleidung, Fahrzeuge, Gebäude) weiterverarbeitet werden.

Was haben erneuerbare Energien mit Ressourcenverbrauch zu tun?

Auch für die Erzeugung erneuerbarer Energien brauchen wir endliche Rohstoffe. Zum Beispiel stecken in Windenergieanlagen die Metalle Stahl, Kupfer und Aluminium.
Für viele Metalle gibt es bereits etablierte und ressourceneffiziente Recycling-Prozesse: So kann Aluminiumschrott fast verlustfrei und nahezu ohne Qualitätsverlust, wiederaufbereitet werden.

Energie-3-Sprung

1. „Energie bewusst und sparsam nutzen“: Energie, die nicht benötigt wird, muss erst gar nicht produziert werden. Eine einfache Möglichkeit der Energieeinsparung ist beispiels-weise, Geräte vollständig abzuschalten, um unnötige Standby Verbräuche zu verhindern. Damit kann ein durchschnittlicher Haushalt im Jahr rund 350 Kilowattstunden Strom sparen.
2. „Energieeffiziente Techniken einsetzen“: Energiesparende Haushalts- und Elektrogeräte benötigen im Vergleich zu alten oder ineffizienten Geräten oft nur einen Bruchteil des Stroms. Die Energieeffizienzklassen und fachkundige Beratung helfen bei der richtigen Wahl.
3. „Fossile Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzen“: Die Mehrheit der Bürger in Bayern befürwortet den Ausbau der erneuerbaren Energien. In jedem Fall sollte dieser so naturschonend wie möglich erfolgen. Und mit Initiativen zur regenerativen Energiegewinnung am Eigenheim oder im Rahmen von Bürgerenergieanlagen kann sogar jeder einzelne den Umbau der Energieversorgung mitgestalten.
Wichtig ist es, dabei keine dieser drei Strategien zu vernachlässigen.

Lebensstil

Jeder dritte Kaffee in Deutschland wird „to-go“ konsumiert. Damit landen hierzulande jede Stunde rund 320.000 Einwegbecher im Müll (Quelle: DUH). Dabei ist der Umstieg auf „Mehrweg“ gar nicht so schwer: Die Bayerische Staatsregierung unterstützt Initiativen zu Pfand-Systemen und in vielen Geschäften kann man bereits seinen eigenen Becher mitbringen und befüllen lassen.

"Nutzen statt Besitzen"

Dinge, die wir in unserem Alltag nur selten benötigen, müssen wir nicht unbedingt durch Kauf erwerben. In vielen Fällen reicht es, sich den Nutzen über das Ausleihen („Sharing“) von bei-spielsweise Geräten (z.B. in der Nachbarschaft oder über Online-Tauschplattformen), Ver-kehrsmitteln (z.B. Car-Sharing) oder Kleidung (z.B. Kleiderverleih) zuzuführen.

"Blauer Engel"

Als zuverlässige Orientierung zeichnet das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ für verschiedene Produktgruppen (z. B. Papierprodukte, Mehrwegflaschen, Mobiltelefone) ressourcen-schonende Produkte aus.

Bioökonomie – was ist das?

Bioökonomie ist eine an natürlichen Stoffkreisläufen orientierte, nachhaltige und biobasierte Wirtschaftsweise. Bioökonomie nutzt nachwachsende Ressourcen sowie Rest- und Abfallstoffe unter Berücksichtigung einer nachhaltigen land- und forstwirtschaftlichen sowie industriellen Produktionsweise und dient auch der Ernährungssicherung. Umwelt- und Klimaschutz sollen dadurch gestärkt werden. Bioökonomie ist wissensbasiert, d. h. sie nutzt neue Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft. Autotüren mit Pflanzenfasern, Rucksäcke aus Maisstärke, Ethanol aus Stroh, und T-Shirts aus Holz – was für manchen noch nach Science Fiction klingt, hat sich heute längst als alltagstauglich erwiesen.

„Upcycling gefÄllig?“

Abfall trennen ist nach wie vor wichtig: Nur wenn die Stoffe ihrer Eigenschaft nach sortiert werden, können daraus neue Produkte entstehen und mögliche Schadstoffe ausgeschleust werden. Beim „Upcycling“ werden Abfallprodukte in neuwertige Produkte umgewandelt und aufgewertet. Aus Plastikflaschen können beispielsweise Polyester-Fasern gewonnen und so Garne zur Textilherstellung hergestellt werden. Upcycling funktioniert auch ganz einfach zu Hause: Alte Hemden oder Vorhänge sind beispielsweise hervorragend dazu geeignet, daraus ausgefallene Stofftaschen zu nähen.