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Moorschutz in Bayern

 

MASTERPLAN „MOORE IN BAYERN“

MOORSCHUTZ

An Moorstandorten herrscht natürlicherweise ein hoher Wasserstand. Dadurch werden absterbende Pflanzenteile nicht zersetzt, denn die dies normalerweise bewirkenden Pilze und Bakterien benötigen dafür Sauerstoff aus der Luft. Es bildet sich Torf, in dem sich feuchtnasses Pflanzenmaterial ansammelt. Moore entziehen seit Jahrtausenden der Atmosphäre CO2 und binden es langfristig.
Moore sind wahre Multitalente – sie speichern große Mengen CO2, verzögern bei Hochwasser den Abfluss und sind Horte der Artenvielfalt. Um diese kostbaren Lebensräume noch besser zu schützen, hat das Bayerische Kabinett den "Masterplan Moore in Bayern" verabschiedet. Bayern soll klimasicher werden. Intakte und wiedervernässte Moore sind wichtige CO2-Tresore. Damit Moore sich nicht in Luft auflösen, brauchen sie hohe Wasserstände.
Wird ein Moor entwässert, beginnt die Zersetzung des belüfteten Torfes und der gebundene Kohlenstoff wird in Form von Kohlendioxid (CO2) und anderen klimaschädlichen Gasen wie Methan und Lachgas frei. Entwässerte Moore tragen mit fünf Prozent (ca. 5,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten) zu den Treibhausgasemissionen Bayerns bei. Dieser Effekt soll durch den neuen Masterplan deutlich reduziert werden. Bayern strebt mit einer Vielzahl von Projekten an, bis 2050 die Treibhausgasemissionen pro Kopf und Jahr auf weniger als zwei Tonnen zu senken. Hierzu leisten Moore einen wichtigen Beitrag.

Im Zentrum des Masterplans stehen nachhaltige Maßnahmen, die Eigentümer und Nutzer von Moorflächen auf freiwilliger Basis umsetzen. Kooperative Instrumente zum Moorschutz, die Klima-, Umwelt- und Naturschutz sowie eine klimaschonende Nutzung und Klimaanpassung im Blick haben, sollen ausgebaut und neu etabliert werden. Hier liegt der Fokus auf einer moorverträglichen landwirtschaftlichen Nutzung einschließlich der Entwicklung neuer Nutzungsformen wie beispielsweise den Paludikulturen. Hierbei werden bei hohen Wasserständen neue landwirtschaftliche Kulturen, wie z.B. Rohrkolben, angebaut. Der Masterplan wird gemeinsam vom Bayerischen Umwelt- und vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium umgesetzt.

RENATURIERUNG VON MOOREN

Aufbauend auf dem Klimaschutzprogramm Bayern 2050 der Staatsregierung soll zudem die klassische Renaturierung von Mooren durch die Naturschutzverwaltung verdreifacht werden. Konkrete Umsetzungsprojekte werden auch auf staatlichen Flächen wie den Staatsgütern vorangetrieben. Angesichts des Klimawandels ist die Reduktion der Emissionen aus entwässerten Moorböden eine besondere Aufgabe von Staat und Gesellschaft.

MOORSCHUTZ IM WALD

Im Staatswald sollen möglichst viele Hochmoore auf Dauer in einem günstigen Erhaltungszustand bleiben oder entsprechend renaturiert werden, da dort den Belangen des Naturschutzes und des Bodenschutzes besonderes Gewicht zukommt und vergleichsweise wenige Zielkonflikte auftreten.

Weitere Informationen: Leitfäden der Moorrenaturierung